7 Fakten, die unsere Gesellschaft verändern werden

 

7 Fakten, die unsere Gesellschaft verändern werden

 

Jeder hat sie in irgendeiner Form schon gehört. Die vielen Konzepte und Methoden, wie ein Unternehmen Erfolg haben kann. Unter anderem geht es darum, die Rahmenbedingungen und die zukünftige Entwicklungen richtig einschätzen zu können. Zukunftsforscher finden dabei einen regen Zulauf. Doch nur wenige Unternehmen (und auch Nationen) reagieren nachhaltig auf solche Prognosen. Einerseits wohl deshalb, weil der Zeithorizont von 10 – 30 Jahren zu groß ist und unsere Gesellschaft, getrieben von der Medienwelt, immer mehr kurzfristige Ereignisse in den Fokus stellt. Eine Krise löst die nächste ab und dadurch entsteht der Eindruck, wir befinden uns in einer Dauerkrise und verlieren so den Blick in die Zukunft aus unseren Augen. Andererseits werden Zukunftsprognosen vielfach als „nicht beweisbar“ bewertet oder es wird sofort nach gegenteiligen Thesen gesucht. Erstaunlich ist, dass jene Prognosen, welche rechnerisch belegbar sind, ebenso stiefmütterlich behandelt werden. Aber gerade die demografischen Entwicklungen sind vielfach mathematisch berechenbar, werden aber dennoch massiv unterschätzt. Jene Menschen und Unternehmen, welche diese Fakten frühzeitig erkennen und die Auswirkungen auf ihre persönlichen bzw. unternehmerischen Bereiche ableiten können, werden einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil haben.

Diese 7 Fakten werden unsere Gesellschafts- und Wirtschaftsleben in den nächsten Jahrzehnten massiv beeinflussen und wohl für viele von uns direkte Auswirkungen haben:

 

1. Die richtig große Migrationswelle nach Europa kommt noch

Vergleicht man die Anzahl junger Menschen (15 – 19 Jahren) die gerade am Einstieg in die Arbeitswelt sind mit der Anzahl an jener Personen (55 – 59 Jahren) die vor der Rente stehen, so zeigt sich ein massives Ungleichgewicht. In Deutschland entfallen auf drei angehende Pensionisten, zwei neue Jugendliche. In der MENA-Region (Middle East und Nordafrika) kommen auf einen Rentner bis zu sieben arbeitssuchende junge Menschen. Erschwerend hinzu kommt die katastrophale wirtschaftliche Lage in diesen Ländern, sodass mit einer massiven Abwanderung von jungen, unzufriedenen Männern, die keinerlei Perspektiven sehen, nach Europa zu rechnen sein wird.

 

2. Wirtschaftskraft in Europa wird sinken

Die wichtigste Kraft für das Wachstum der Wirtschaft ist die Bevölkerungsanzahl. In jenen Ländern, in denen die Lage desolat ist, verharren die Geburtenzahlen auf hohem Niveau oder steigen sogar. Sobald sich die Lage verbessert, sinken die Nachwuchszahlen rapide. Diesen Zusammenhang bezeichnen Wissenschaftler als demografisch-ökonomisches Paradoxon. Je besser es den Menschen geht und je mehr Kinder sie sich leisten könnten, umso weniger haben sie. Sind die Kinderzahlen in einem Land einmal gefallen, dann steigen sie auch nicht wieder, auch wenn sich die wirtschaftliche Lage verschlechtert. Deutlich zeigt sich dieses Phänomen in den süd- und südosteuropäischen Ländern.Für eine demografische Stabilität sind 2,1 Kinder/Frau nötig. Allerdings liegt die sogenannte Ferilitätsrate in allen europäischen Ländern darunter. Länder wie Deutschland, Japan, Polen oder Italien haben Raten zwischen 1,2 und 1,4 Kindern je Frau.

 

3. Fachkräftemangel in Europa spitzt sich zu

In Deutschland wird sich bis 2030 die Zahl der jungen Menschen im Ausbildungsalter um ca. 2 Millionen reduzieren. Somit fehlen dem Land die Nachwuchskräfte für die Wirtschaft. Die Zahl der Menschen im typischen Arbeitsalter zwischen 20 bis 64 Jahren wird um 6,6 Millionen zurückgehen. Dies hat massive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Insbesondere bei den höher qualifizierten Berufen wird es zu einer laufenden Zuspitzung des Fachkräftemangels kommen. Ein ähnliches Bild zeichnet sich nahezu für alle europäischen Länder ab.  

 

4. Frauenerwerbsquote wird steigen

Heute bekommen die Frauen Westeuropas tendenziell dort die meisten Kinder, wo sie auch am häufigsten einer beruflichen Tätigkeit nachgehen können. Derzeit ist dies in den skandinavischen Ländern mit dem Spitzenreiter Island der Fall. In diesen Regionen ist die Gleichstellung von Mann und Frau am weitesten fortgeschritten und in der Folge gibt es dort auch den höchsten Wohlstand und die sichersten Sozialsysteme. Andere Länder werden diesen Beispielen folgen, da es die einzige Möglichkeit ist, ein demografisches Gleichgewicht annähernd herzustellen.

 

5. Weltbevölkerung bei über 9 Mrd. Menschen

Die Demografen schätzen die Weltbevölkerung im Jahr 2050 auf über 9 Mrd. Menschen. Der Zuwachs wird ausschließlich in den heutigen Schwellen- und Entwicklungsländern zur Welt kommen. Es wird einen enormen Bedarf an Schulen, Lehrern, Ärzten und Nahrungsmittelproduzenten geben.

 

6. Die „Golden Agers“ werden ärmer

Derzeit zählen die über 64-Jährigen zur zweitkonsumfreudigsten Altersgruppe nach der Gruppe der 35- bis 44-Jährigen. Die sogenannten „Golden Agers“ verfügen über hohe Ersparnisse, doch die Zahl der gut versorgen Rentner geht dem Ende zu. Das Verhältnis von Empfängern zu Einzahlern in die Sozialsysteme verschiebt sich deutlich durch die Alterung der Gesellschaft.

 

7. Alterungsprozess der Bevölkerung lässt Staatsausgaben wachsen

Als Folge der weiter steigenden Lebenserwartung der Menschen werden sich die altersbedingten Staatsausgaben bis 2050 verdoppeln bis verdreifachen. Die Versorgung eines älteren Menschen kostet dem Staat etwa dreimal so viel wie die Versorgung und Ausbildung eines jungen. Auf mittlere Sicht wird es somit Steuererhöhungen geben, um die Alterung zu finanzieren.

 

Buchtipp: Sklaven des Wachstums, Reiner Klingholz, Campus Verlag

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*