Die Macht der Emotionen bei Veränderungen

EmotionenStudien belegen, dass rund zwei Drittel aller Veränderungsvorhaben in Unternehmen scheitern. Der Grund dafür liegt nicht an der mangelnden Planung sondern schlicht an den Emotionen, welche in solchen Prozessen enorme Kräfte freisetzen können.
Weit verbreitet besteht die Meinung, dass Manager bzw. Führungskräfte stets dazu angehalten sind, keine Emotionen zu zeigen und sich auf Zahlen, Daten, Fakten stützen sollen. In unserem Kulturkreis gilt als gute Leader, wer sachlich, cool und unbeeindruckt von Gefühlsregungen handelt. Nicht selten wird in der Management Literatur von Störungen der rationalen Betrachtungsweise gesprochen, aber nicht von Emotionen.

 

Jetzt bleiben Sie doch sachlich!

Ein bekannter Spruch lautet: „Frau XY, jetzt bleiben Sie doch sachlich!“. Um die gewünschte Norm zu wahren, wird also das Emotionale in sachliche Argumente verpackt und somit verschleiert. Bei Veränderungsprozessen erfahren die betroffenen Personen dann, wie Ängste, Trauer, Wut, Enttäuschung, Ärger, Verzweiflung – also allesamt Emotionen – aufkommen. Nun erwarten Manager bei Veränderungen aber, dass die Mitarbeiter volles Engagement zeigen, mit Optimismus an die neuen Herausforderungen gehen und Begeisterung zeigen. Negative Emotionen werden als Störfaktoren empfunden oder gar als Desinteresse am Unternehmen bewertet. Die Folge sind verhärtete Fronten und ein Kampf, wer den längeren Atem hat. Es entsteht ein unglaublicher Energieverschleiß sämtlicher Beteiligter.

 

Mehr vom Gleichen

In der Regel agieren Manager dann nach dem Prinzip „mehr vom Gleichen“. Es wird also krampfhaft versucht, mit noch mehr rationalen Argumenten endlich die Betroffenen zum Einlenken zu bewegen. Dabei sind Führungskräfte genauso emotional getrieben, da sie sich unbedingt durchsetzen wollen, Erfolge erzielen können und stehen teils unter enormen Druck.

Solange emotionale Themen nicht als solche erkannt, und weiter versachlicht werden, kann dieser „gordische“ Knoten nicht gelöst werden. Wer seine emotionale Seite bei sich selbst unterdrückt, wird schwer in der Lage sein, Emotionen bei anderen Menschen zeitgerecht zu spüren, sie zu interpretieren und folglich damit zu arbeiten.

Es sind die Emotionen die uns Menschen stimulieren, mobilisieren und ungeahnte Energien freisetzen können – und zwar in die positive als auch negative Richtung.

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