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Wie Vertrauen die Veränderungsbereitschaft erhöht

Finanzielle Anreize sind nicht das Allheilmittel, um Mitarbeiter langfristig zu motivieren. Schon gar nicht wenn es um das Thema Veränderung geht. Was die Gehirnforschung schon vor vielen Jahren nachgewiesen hat, scheint nun auch bei immer mehr Unternehmen angekommen zu sein. Doch über die Alternativen zu Prämien und Boni wird viel diskutiert und in der Umsetzung fehlt vielfach das Verständnis dafür, welche denn nun die entscheidenden Maßnahmen sein können. Forschungen des aus den USA stammenden Autors und Wissenschaftlers Paul J. Zak haben ergeben, dass einzig der Aufbau einer Vertrauenskultur in Unternehmen eine nachhaltige Wirkung hat. Wenn sich Menschen einander vertrauen, produzieren sie demnach ein Hormon, welches Teamarbeit und Produktivität fördert.

Vertrauen ist auch die Basis für eine veränderungsfreundliche Unternehmenskultur. Nur wer ein ausgeprägtes Grundvertrauen in das Unternehmen und seine Führungskräfte hat, ist auch bereit, einen tiefgreifenden Wandel aktiv mitzugestalten. Mit welchen vertrauensfördernden Maßnahmen kann das Management nun gezielt Vertrauen aufbauen?

 

#1 Transparenz fördern

Lediglich 40 % der Mitarbeiter fühlen sich über Pläne und Strategien des Unternehmens gut informiert. Die Unsicherheit über die Vorgänge im Unternehmen führt zu chronischem Stress. Die Lösung dafür heißt Transparenz. Damit ist eine laufende Kommunikation zwischen Management und Belegschaft gemeint und keine einmalige Aussendung eines Jahresberichts. Einige Firmen gehen sogar soweit und veröffentlichen die Gehaltslisten des Management Teams.

 

#2 Schwächen zugeben

Nichts macht eine Führungskraft „menschlicher“ als sich einzugestehen, dass sie auch Schwächen hat. Die Glaubwürdigkeit steigt drastisch, wenn Manager ihre Mitarbeiter nach Rat fragen und diese auch immer wieder dankend annehmen. Dieser Effekt ist deshalb so wirkungsvoll, da wir Menschen eine angeborene Kooperationsbereitschaft haben. Diese wird dadurch aktiviert und führt zu positiven Gefühlen.

 

#3 Persönlichkeitswachstum ermöglichen

Es geht darum, den Menschen als Ganzes wahrzunehmen und zu fördern. Häufig unterstützen Firmen ihre Mitarbeiter lediglich bei der Weiterentwicklung ihrer fachlichen Fähigkeiten. Die Tätigkeiten in einem Unternehmen haben allerdings auch massive Auswirkungen auf die Persönlichkeit des einzelnen. Hierbei gilt es, auch für die Entwicklung der Persönlichkeit Unterstützung zu bieten.

 

#4 Beziehungen aufbauen

Arbeit ist Arbeit – privat ist privat. Eine Denkweise die noch immer weit verbreitet ist. Dabei ist es so wichtig, den einzelnen Menschen als Gesamtheit wahrzunehmen. Nur wer wirklich weiß, was Mitarbeiter antreibt und emotional berührt, kann langfristig mit vollem Engagement rechnen. Damit eine Führungskraft das herauszufinden kann, muss sie viel Zeit investieren und den persönlichen Kontakt pflegen. Vielfach aus budgetären Gründen gestrichene Mitarbeiter-Events entpuppen sich dabei nicht selten als Boomerang und torpedieren das Vertrauen regelrecht. Die Notwendigkeit des Beziehungsaufbaus ist übrigens nicht nur zwischen Vorgesetztem und Mitarbeitern wichtig, sondern auch für sämtliche Teammitglieder untereinander.

 

#5 Handlungs- und Gestaltungsspielraum schaffen

Selbst entscheiden zu können, welche Maßnahmen gesetzt werden sollen, wirkt wie ein Motivations-Turbo auf Menschen und forciert Innovationen. Eine offene und regelmäßige Kommunikation über die Tätigkeiten sorgt dabei für die notwendige Sicherheit und minimiert das Risiko für kostspielige Fehlentwicklungen.

 

#6 Wahre Anerkennung zeigen

Anerkennung und Zugehörigkeit sind ganz tief verwurzelte Grundbedürfnisse des Menschen. Wer seinen Mitarbeitern diese erfüllen will, muss weit mehr als aufgesetzte Lobeshymnen bieten. Lob ist zweifellos ein wichtiger Bestandteil von Anerkennung sofern es anlassbezogen, für eine konkrete Leistung und bestenfalls auch öffentlich ausgesprochen wird. Es geht aber vor allem darum, den Mitarbeiter im wahrsten Sinne des Wortes „wahr-zu-nehmen“. Ihn auf Augenhöhe zu begegnen und ihm das Gefühl zu vermitteln, als gleichwertiger Menschen anerkannt zu werden.

 

#7 Herausforderungen schaffen

Der sogenannte moderate oder positive Stress beginnt dann, wenn Menschen vor einer durchaus herausfordernden aber lösbaren Aufgabe stehen. Wichtig ist dabei, dass die Ziele klar definiert werden und die Herausforderung einen definierten Zeitrahmen hat. Im umgekehrten Fall führt es dazu, dass Menschen vorzeitig aufgeben, ehe sie überhaupt angefangen haben. Die Führungskraft hat dabei die Aufgabe, den Verlauf immer wieder zu überprüfen, um gegebenenfalls die Ziele anzupassen, sollte die Herausforderung zu gering oder zu groß sein.

 

Unternehmen bzw. Führungskräften, welchen es gelingt, diese sieben Maßnahmen sukzessive umzusetzen, werden schon in kurzer Zeit eine signifikante Leistungssteigerung der Mitarbeiter erkennen. Und wenn das Vertrauen wächst, werden Menschen auch weniger Angst und Widerstände gegenüber wichtigen und großen Veränderungen zeigen.

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