Work-Life-Balance ist Quatsch!

Work-life-Balance

Der englische Begriff Work-Life-Balance ist in unseren Breitengraden allgegenwärtig. Andere verwenden auch gerne die Bezeichnungen Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf o.ä. Es gibt mittlerweile tausende von Büchern und Seminaren, wie Menschen diese Ausgewogenheit zwischen Beruf und Privatem in Einklang bringen können.

Ein Drittel unserer Lebenszeit für Arbeit

Die Wortkombination Work-Life-Balance suggeriert allerdings, dass das menschliche Leben in zwei Bereiche geteilt ist. Einerseits in den Bereich der „Arbeit“ (Work) und andererseits in den Bereich „Leben“ (Life), oder verkürzt gesagt, Arbeit ist nicht Leben. Ein Mensch in Vollzeitanstellung verbringt zirka ein Drittel seiner ihm zur Verfügung stehenden Lebenszeit mit seiner Arbeit. Soviel Zeit widmet er außer dem Schlafen in der Regel keiner anderen Tätigkeit. Diesen wesentlichen Teil seines Daseins verdient demzufolge in der Bezeichnung Work-Life-Balance nicht den Titel „Leben“. Allerdings laufen wird unbemerkt Gefahr, dass wir immer wieder diese Phrase hören und lesen. Und irgendwann nistet sich dieser Glaubenssatz in unserem Unterbewusstsein ein, und die Gültigkeit wird nicht mehr angezweifelt. Wir akzeptieren es dann als unsere Wirklichkeit, ohne dass wir uns darüber Gedanken machen, ob das nun tatsächlich so ist. Kurzum: Arbeit ist nicht Leben!

Ergänzend zum Begriff „Work-Life-Balance“ gibt es die weitverbreitete gesellschaftliche Norm, der arbeitende Mensch möge doch bitte seine privaten Probleme nicht mit in die Arbeit nehmen. „Das tut man doch nicht! Das hat im Job nichts verloren, also soll es der Mitarbeiter bitte auch bleiben lassen und nicht Kollegen damit belasten.“ Solche Aussagen bzw. Denkweisen sind noch immer fest in vielen Köpfen verankert. Auch diese Annahme beruht auf einer Einstellung, dass Arbeit nicht gleich Leben ist oder überspitzt gesagt, das „Leben“ eines Mitarbeiters hat im Job keinen Platz.

Wir Menschen versuchen ständig, komplexe Zusammenhänge sehr vereinfacht dazustellen. Das hilft uns in vielen Bereichen auch sehr viel weiter. Unser Dasein besteht aus so vielen Facetten, welche miteinander eng verflochten sind. Es gibt viele unterschiedlichste Betrachtungsweisen in der Literatur und den Religionen, wie und in welche Dimensionen wir unser Leben teilen können.

Das Lebensrad

Slatco Sterzenbach beschreibt in seinem Buch „Change als Chance“ das sogenannte Lebensrad. Dieses besteht aus 12 Segmenten welche wiederum vier Dimensionen zugeordnet sind. Je stärker und ausgeglichener der Mensch in all diesen Bereichen ist, desto zufriedener und leistungsbereiter ist er:

  • Physische Dimension: Gesundheit, Fitness, Entspannung
  • Mentale Dimension: Sinn, Geist, Beruf
  • Emotionale Dimension: Partner, Freunde, Familie
  • Materielle Dimension: Wohltätigkeit, Konsum, Freizeit

Nachhaltig erfolgreiche Unternehmen haben erkannt, dass oberflächliche „Work-Life-Balance-Aktivitäten“ nichts am Ergebnis ändern. Sie sind sich viel mehr darüber bewusst, dass jeder einzelne Mitarbeiter höchst individuelle Ausprägungen in den vielen unterschiedlichen Lebensbereichen besitzt. Dadurch kann gezielter auf Unausgeglichenheiten reagiert werden und die Leistungskurve steigt nach oben.

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