Generation Y und die Politik schaut zu

Generation Y und die Politik schaut zu

 

Die Medienlandschaft in ganz Europa berichtet laufend über das Thema Generation Y. Zahlreiche Unternehmen reagieren bereits darauf und versuchen die sich bietenden Chancen zu nützen. Ich bekomme allerdings den Eindruck, dass die Politik sich der markant verändernden Rahmenbedingungen nicht ernsthaft annimmt bzw. das Bewusstsein darüber einfach nicht vorhanden ist.

Immer mehr Menschen im Alter zwischen 20 – 35 Jahren, der sogenannten Generation Y, steigen ins Berufsleben ein und stellen so manche Vertreter der älteren Generation mit ihrer teils völlig konträren Lebenseinstellung vor eine besondere Herausforderung. Viele dieser jungen „Lebemenschen“ haben bereits ihr erstes Unternehmen gegründet oder wechselten in wenigen Jahren schon mehrmals ihren Arbeitgeber. Dem gegenüber steht ein Weltbild welches von Wachstum, Beständigkeit, Tradition und sozialer Sicherheit geprägt ist. Daraus haben sich unsere politischen Systeme in Europa entwickelt, welche auf Sicherung von Arbeit und sozialem Wohlstand basieren. In den Köpfen vieler Menschen sind diese Attribute noch immer in Stein gemeißelt. Jede kleine Aufweichung oder Anpassung bestehender Arbeitnehmerschutzregelungen artet in Streikdrohungen und politischem Hick-Hack aus. Am Ende stehen meist faule Kompromisse welche völlig an den Realitäten und Zukunftsbildern vorbeigehen.

Allein schon die demografische Entwicklung in Europa wird in den nächsten 10 Jahren dramatische Auswirkungen auf die meisten europäischen Länder haben. Besonders betroffen sind dabei Deutschland und Österreich. Forscher und Statistiker prophezeien, dass dem deutschen Arbeitsmarkt 6 Millionen Arbeitskräfte in den nächsten 10 Jahren fehlen werden. Aber wer sind nun die Träger unserer Wirtschaft in der nächsten Jahrzehnte? Die Vertreter der Generation Y, welche von vielen leider noch immer als nichtleistungswillige Lebemenschen eingestuft und so behandelt werden.

Es stellt sich doch die viel brennendere Frage, welche Rahmenbedingungen müssen wir schaffen, damit die Generationen der Zukunft ihr volles Leistungspotential abrufen können. Die Möglichkeiten haben sich durch die rasant fortschreitende Digitalisierung unserer Welt vervielfacht, doch sie werden bei weitem nicht ausgeschöpft. Anstatt nach vorne zu schauen, Chancen zu suchen, geht es für die Politik heute nur um parteipolitische Rechthaberei.

Die Energien fließen in endlose Diskussionen zu Arbeitszeitbeschränkungen bei welchen es darum geht, dass Menschen nicht dann arbeiten dürfen wann sie möchten. Und wenn es dann eine Ausnahmeregelung gibt, werden solche Arbeitszeiten mit Steuern und Zuschlägen wirtschaftlich so unattraktiv wie möglich gemacht. Ähnliches gilt für unser Bildungssystem, für Kollektivverträge und besonders für die Gestaltung unseres Gesundheits- und Pensionssystems.

Viele innovative Personen und Unternehmen nützen heute die sich bietenden Chancen der digitalisierten Welt und können dadurch ihrer Passion nachgehen und ihren Traum verwirklichen. Allerdings wird die Wertschöpfung in einigen Jahrzehnten dadurch dann wohl auch in anderen Staaten liegen und unser heutiger Wohlstand vielleicht nicht mehr ganz so ausgeprägt sein.

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