Warum wir immer weniger Erwerbstätige haben

Warum wir immer weniger Erwerbstätige haben

 

ErwerbstätigeIm heute erschienen ORF.AT Beitrag schreibt der Autor über die demografische Entwicklung in Österreich und den möglichen Szenarien. Weltweit werden wir in den nächsten 10 – 20 Jahren vor massiven Umbrüchen stehen was ungeahnte Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft haben wird. Die chinesische Wirtschaft kämpfte heute schon mit den Folgen der über Jahrzehnte ausgeübten Ein-Kind-Politik. Noch dramatischer zeigt sich die Situation in Japan mit einer Geburtenrate von etwas über 1 Kind, das ohnehin seit Jahren wirtschaftlich schwer zu kämpfen hat. In Europa hatten Familien in den ersten drei Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg in der Regel 4-6 Kinder. Heute ist der Schnitt in allen europäischen Ländern unter 2 Kindern. Am stärksten betroffen sind Länder wie Deutschland, Italien, Portugal, Polen, Serbien, Ukraine und Ungarn mit Ferilitätsraten zwischen 1,2 und 1,4 Kindern je Frau.

Die Politik kann noch so viele Anreize für Familien schaffen, sie verpuffen zum großen Teil. Einziger Lichtblick: In jenen Ländern, in welchen Frauen am häufigsten einen Job haben, liegt die Geburtenrate bei annähernd 2 Kindern. Island hat die mit Abstand höchste Frauenerwerbsquote und zugleich auch die höchsten Kinderzahlen in Europa. Der Wohlstand führte generell zu einer verstärkten Individualisierung der Gesellschaft. Karriere und persönliche Verwirklichung stehen im Vordergrund und sind fest in der Wertehaltung der Gesellschaft verankert. Eine politische Zwangsverordnung zum vermehrten „Kinder in die Welt setzen“ ist ethisch wie biologisch nicht umzusetzen.

Der Druck wird besonders auf Unternehmen immer größer werden, qualifizierte Mitarbeiter und Führungskräfte zu gewinnen um damit ihren Qualitätsstandard halten zu können. Die Folge wird sein, dass Betriebe einerseits vermehrt auf die Ausbildung und Bindung ihrer Mitarbeiter setzen und teilweise immer mehr Aufgaben des Staates übernehmen. Andererseits werden qualifizierte Arbeitnehmer vermehrt projektbezogen arbeiten und ihren Arbeitsgeber öfters wechseln oder mehrere Dienstverhältnisse parallel eingehen. Gewinnen werden jene Unternehmen, welche die Zeichen der Zeit frühzeitig erkennen und eine hohe Veränderungsbereitschaft entwickeln können.   

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