Sind variable Gehälter noch zeitgemäß?

Sind variable Gehälter noch zeitgemäß?

 

GehälterSchlagzeilen über die Bonus-Zahlungen für VW-Vorstände füllen gerade wieder unsere Gazetten. Die Volksseele kocht ohnehin schon und wirkliches Verständnis für derart hohe Zahlungen scheint wohl kaum noch jemand aufzubringen. Vertraglich und rechtlich mögen diese zum Teil sogar gerechtfertigt sein, die moralische Sicht auf die Dinge ist aber mehr als fragwürdig. Doch welches Ziel verfolgen Unternehmen wenn sie Sonderzahlungen und hohe variable Gehaltsanteile in die Dienstverträge aufnehmen? Der primäre Grund liegt wohl in der Umsatz- bzw. Gewinnmaximierung für einen bestimmten Zeitraum.

Was sind aber die langfristigen Auswirkungen solcher variabler Vergütungen? Psychologisch gesehen bauen solche Anreize auf das Bedürfnis nach Wachstum und wecken in weiterer Folge die Gier im Menschen. Dabei werden Kundenorientierung und der ganzheitliche Blick auf die Organisation sukzessive vernachlässigt. Im Zentrum steht nicht mehr die unmittelbare Bedürfnisbefriedigung des Kunden sondern das Erreichen eines monetären Umsatzziels. Besonders wenn die Zielerreichung in greifbare Nähe gerückt ist, werden unkonventionelle Maßnahmen gesetzt, damit es um jeden Preis zur Ausschüttung von Prämien und variablen Anteilen kommt.

Wir wissen aus der Verhaltensforschung, dass es drei Formen der Motivation für Handlungen gibt. Die häufigsten Methoden sind bis heute noch immer Zuckerbrot (Prämie) und Peitsche (Kündigung). Wahre Begeisterung ist jedoch nur dann zu wecken, wenn Unternehmen einen übergeordneten Sinn bieten können. Gelingt es Organisationen, diesen zu definieren und entsprechend zu kommunizieren, dann werden sie Mitarbeiter und Führungskräfte anziehen, welche aus innerer Überzeugung handeln. Das Ergebnis und die Leistungen von Mitarbeitern, welche nach intrinsischer Motivation handeln, sind deutlich höher und vor allem nachhaltiger. Die Fluktuation ist deutlich geringer als in Unternehmen, welche hohe variable Gehaltsanteile anbieten und die Reputation als attraktiver Arbeitgeber nimmt zu. The „War of Talents“ hat schon lange begonnen. Ist die Zeit der variablen Gehälter dann auch vorbei?

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